Fremdworte und Artikel
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absolvieren:
1. etwas durchführen, bewältigen, ableisten
2. eine Ausbildung erfolgreich beenden, abschließen, eine Prüfung bestehen
3. RELIGION -> Absolution erteilen, lossprechen, freisprechen
Admonition:
die Ermahnung, der Verweis
Advocatus Diaboli:
Anwalt des Teufels
1. scherzhaft gemeinte Bezeichnung für den Glaubensanwalt in einem Heilig- oder Seligsprechungsprozeß der katholischen Kirche, der die Gründe gegen die Heilig- oder Seligsprechung darlegt
2. jmd., der um der Sache willen mit seinen Argumenten die Gegenseite vertritt, ohne der Gegenseite anzugehören
Agglomeration:
Anhäufung, Zusammenballung
agglomieren: zusammenballen
Aggregation:
Anhäufung, Zusammenlagerung (aggregare = anhäufen, beigesellen; aggregatio = Anhäufung, Vereinigung)
Agnostizismus:
Der Begriff Agnostizismus (von griechisch: a-gnoein "nicht wissen") bezeichnet die philosophisch-theologische Ansicht, dass die Existenz oder Nichtexistenz eines Höheren Wesens, z.B. eines Gottes, entweder unbekannt oder grundsätzlich unerkennbar, also weder beweisbar noch widerlegbar ist.
Die Frage "Gibt es einen Gott?" wird vom Agnostizismus dementsprechend nicht mit "Ja" oder "Nein", sondern mit "Es ist nicht bekannt." beantwortet. Er stellt eine Weltanschauung dar, die insbesondere die prinzipielle Begrenztheit menschlichen Wissens berücksichtigt. Angesichts unzureichender Informationen lehnt es der Agnostizismus ab, einen Glauben an die Existenz oder Nichtexistenz von Göttern anzunehmen.
Im Unterschied zur starken Form des Atheismus schließt der Agnostizismus nicht grundsätzlich die Möglichkeit der Existenz transzendenter Wesen oder Prinzipien aus. Die Agnostik ist damit als dritte Anschauung zwischen Theismus und Atheismus positioniert.
Die Auffassung, dass die Existenz von Göttern und anderen Höheren Wesen grundsätzlich unerkennbar ist, wird auch als starker Agnostizismus bezeichnet. Dagegen bezeichnet schwacher Agnostizismus die Auffassung, dass die Existenz von höheren Wesen nicht grundsätzlich unerkennbar ist, sondern nur zum gegenwärtigen Zeitpunkt unbekannt ist.
Akkolade:
1.geschweifte Klammer, die im Schriftsatz mehrere untereinander stehende Wörter, Zeilen, Sätze zusammenfasst
2. MUSIK geschweifte Klammer, die verschiedene Stimmen als gleichzeitig erklingend kennzeichnet
3. zeremonielle Umarmung bei der Aufnahme in einen Ritterorden oder bei Ordensverleihungen
Akquisition:
1. Erwerbung
2. Kundenwerbung durch Vertreter
(akquirien: erwerben, anschaffen)
Akribie:
höchste Genauigkeit, Sorgfalt in Bezug auf die Ausführung von etwas
Altruismus:
Altruismus (von lateinisch: alter - der andere und der Endung -ismus) ist die Eigenschaft der Uneigennützigkeit oder Selbstlosigkeit. Unter altruistischem Handeln versteht man allgemein selbstloses Handeln. Wer aus altruistischen Motiven handelt, ist ein Philanthrop.
In der Biologie/Soziologie versteht man unter Altruismus die Aufopferung eines Einzelnen oder Mehrerer, um den Fortbestand Anderer zu sichern, etwa bei Menschen, aber auch bei Ameisen, Schimpansen, Honigbienen oder anderen Tieren. Hierbei ist nicht in erster Linie das Opfern des eigenen Lebens gemeint, dies ist aber als Extremfall inbegriffen.
Altruismus kommt in der Natur vor, wenn ein Individuum Aufwand treibt, obwohl nur ein anderes Individuum davon direkt profitiert. Das Gegenteil des Altruismus ist der Egoismus. Dennoch besteht ein Zusammenhang zwischen egoistischen Verhaltensweisen und altruistischen Handlungen (siehe: Reziproker Altruismus).
Jedoch ergeben sich oft Gruppenvorteile aus diesem Handeln, woraus alle Mitglieder, etwa von staatenbildenden Insekten, langfristig wieder individuell profitieren. Der Sinn von Altruismus ist hier nicht die Vorteilserlangung des Individuums gegenüber einem anderen Individuum, sondern der Gruppe innerhalb einer Art oder der Art gegenüber konkurrierenden Arten.
Die Bereitschaft zum altruistischen Handeln hängt zumindest bei Säugern von Verwandtschaftskoeffzienten ab. Je höher der Grad der Verwandtschaft zwischen zwei Individuen ist, desto höher liegt die Bereitschaft zum altruistischen Handeln.
Anachronismus:
Die Wörter Anachronismus und anachronistisch gehen auf griechische Wurzeln zurück und heißen wörtlich übersetzt "gegen die Zeit". Damit sind Dinge oder Begriffe gemeint, die fälschlicherweise einer Epoche zugehörig dargestellt werden, in der sie nicht mehr oder noch nicht existieren oder ihre Existenzberechtigung verloren haben. Verwendet werden diese Begriffe auch im Sinne von "nicht mehr zeitgemäß".
Ancien Régime:
In seinem engeren Sinne wird mit dem geschichtlichen Begriff Ancien Régime (französisch: die "alte Regierungsform"), die Regierungsform der absolutistisch herrschenden Bourbonen in Frankreich bezeichnet. Diese kamen 1589 mit König Heinrich IV. erstmals auf den Thron und regierten gut 200 Jahre ohne Unterbrechung.
Allgemein bezeichnet der Begriff aber dann auch die Zeit in ganz Europa vor der Revolution bzw. vor den Napoleonischen Kriegen. Der Begriff, der heute als Bezeichnung für den vorrevolutionären Absolutismus einen eher negativen Beigeschmack hat, war ursprünglich durchaus positiv besetzt, als Erinnerung an die "gute alte Zeit" vor den revolutionären Umwälzungen. Von der Obrigkeit wurde dem Ancien régime all zu gerne nachgetrauert mit den Worten, als der Herr noch ein Herr war und der Knecht ein Knecht, insbesondere für die Zeit des französischen Absolutismus vor der Französischen Revolution angewendet.
Heute wird der Begriff Ancien Régime nicht mehr nur auf Frankreich bezogen, sondern allgemein für ein sich überlebtes, meistens monarchisches Regierungssystem verwandt, das nicht mehr im Einklang mit den Erfordernissen der Zeit steht.
Animismus:
Als Animismus (von lat. Anima = Seele, Atem) bezeichnet man im allgemeinen ein schriftloses Religionssystem (auch Indigene Religionen), das davon ausgeht, Geister oder Seelen bewohnten natürliche Körper oder Gegenstände. Animismus tritt oft in Zusammenhang mit Schamanismus auf, seine Charakteristiken lassen sich aber genauso auch in nahezu allen anderen Religionen der Welt nachweisen.
Der Animismus bezeichnet die Annahme immaterieller Wesenheiten: die Vorstellung der Personifizierung, Beseelung, phantastische Belebungen der Erscheinungen in Natur und Gesellschaft; ein allgemeiner Glauben an Seelen und Geister. Dieser Zustand des menschlichen Verhaltens entspringt einer bestimmten Stufe der Entwicklung des kollektiven Bewusstseins in Abhängigkeit von einer frühen, relativ langen Phase des menschlichen Zusammenlebens und der Auseinandersetzung mit der Natur und der eigenen Selbsterfahrung.
Der Animismus ist eine spätere Form der Naturreligion. Hierbei handelt es sich um den Glauben an die Beseeltheit der gesamten Natur, das Göttliche ist immanent (in der Welt, in der Natur). Dies wird als Gegensatz zu einer Gottesaufassung der Hochreligionen gesehen, bei der Gott ausschließlich transzendent ist (außerhalb der Welt, z.B. im Himmel). Der Animismus ist wie die Ahnenverehrung vor allem in sesshaften Ackerbaukulturen anzutreffen; für Wildbeuterkulturen (Jäger und Sammler) ist er untypisch.
Annexion:
Unter einer Annexion (auch Annektierung) versteht man die nichteinvernehmliche, also einseitige, Eingliederung unter fremder Gebietshoheit stehenden Territoriums. Mit einer Annektierung geht meistens das Ausüben von Gewalt einher.
Das klassische Völkerrecht erlaubte dem Sieger in einer militärischen Auseinandersetzung, Gebiete des Gegners ganz oder teilweise zu annektieren.
Artikel 2 der Charta der Vereinten Nationen verbietet dagegen "jede gegen die territoriale Unversehrtheit [...] eines Staates gerichtete [...] Androhung oder Anwendung von Gewalt". Daraus folgt das völkerrechtliche Verbot der Annexion.
anscheinend - scheinbar:
In der Umgangssprache werden die beiden Adverbien anscheinend und scheinbar häufig nicht korrekt verwendet, ihr Bedeutungsunterschied wird außer Acht gelassen. Mit anscheinend wird die Annahme zum Ausdruck gebracht, dass etwas so ist, wie es erscheint: Anscheinend hat das Schwimmbad heute zu. Das Nichtschwimmerbecken ist anscheinend vorübergehend gesperrt.
Das Wort scheinbar hingegen sagt aus, dass etwas nur dem äußeren Eindruck nach, nicht aber in Wirklichkeit so ist, wie es sich darstellt: Die Zeit stand scheinbar still. Dies stellt nur scheinbar einen Widerspruch dar.
Nicht korrekt sind also Sätze wie folgende: »Du hast mich scheinbar vergessen.« »Er hat scheinbar Schweres erlebt.«
Die Unterscheidung zwischen den beiden Wörtern ist allerdings in der Tat noch relativ jung, sie erfolgte erst im 18. Jahrhundert.
Antiphrase, Ironie, Sarkasmus, Zynismus:
Antiphrase
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Ironisierung durch Aussage des Gegenteils
Ironie
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Die Ironie (altgriechisch eirone?a, heute iron?a ausgesprochen - wörtlich die Verstellung) ist eine Äußerung, die oft ? aber nicht zwingend ? das Gegenteil des Gesagten meint, die mit scheinbarer Ernsthaftigkeit den gegnerischen Standpunkt ins Widersprüchliche zieht. Im Gegensatz zum Humor ist Ironie eher kritisch und nicht um Zustimmung bemüht. Ironie wird oft durch Mimik, Gesten oder Betonung zusätzlich unterstrichen und so als solche kenntlich gemacht.
Sokrates lehrte Ironie als Mittel zur Entlarvung vermeintlichen oder anmaßenden Wissens, jedoch nicht mit dem Ziel des Lächerlichmachens. Der Dialogpartner wurde vielmehr durch das scheinbar selbstständige Auffinden eigener Widersprüchlichkeiten in die Lage gebracht, diese zu durchschauen. Ludwig Tieck prägt hingegen den Begriff der Romantischen Ironie.
Sarkasmus
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Sarkasmus (griech.: sarkazein - zerfleischen, verhöhnen; sarkasmos - beißender Spott) ist eine Redefigur, die in der antiken Rhetorik (z. B. Demosthenes, Cicero) Verwendung fand. Sarkasmus bezeichnet beißenden, bitteren und verletzenden Spott und Hohn, oft aber auch eine boshafte, manchmal bittere Art der Ironie und ist dann oft mit schwarzem Humor verbunden. Sarkasmus ist (im Unterschied zum Zynismus) oft eine Reaktion auf eine Verletzung durch andere, auf eigenes Unglück, auf einen Angriff. Es ist dann ein Mittel, sich zu wehren. Zynismus ist dagegen eher ein Mittel seine Macht bzw. Stärke zu zeigen.
Zynisch ist zum Beispiel, wenn der Schläger sagt: "Hat es dir gefallen? Soll ich noch mal draufhauen?"
Sarkastisch ist, wenn der Geschlagene, anstelle zu weinen, sagt: "Natürlich! Gleich noch mal!"
Zynismus
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Der Zynismus (griechisch kynismós - wörtlich die Hundigkeit im Sinne von Bissigkeit, von kyon - der Hund) bezeichnet eigentlich die Lebensanschauung der antiken Kyniker.
Heute bezeichnet man zum einen die sich durch boshaft verletzende Äußerungen zeigende Haltung eines Menschen (des Zynikers) als Zynismus, andererseits auch eine Haltung, die moralische und menschliche Werte grundsätzlich in Frage stellt und sich darüber lustig macht. Zynismus kann auch ein Zeichen von Resignation sein (Ein Zyniker ist jemand, der Ideale hat, aber ganz genau weiß, dass sie nicht realisierbar sind). Schwarzer Humor ist auch ein wichtiger Teil davon.
Ein Beispiel für Zynismus ist der Spruch ?Arbeit macht frei?, den die Nazis über den Toren verschiedener Konzentrationslager angebracht hatten.
Zum anderen bezeichnet der Begriff Zynismus die zynische Äußerung selbst (mit Zynismen reagieren).
Antizipation:
Die Antizipation (v. lat.: anticipatio = Vorwegnahme) bezeichnet:
* in der Wissenschaftstheorie eine Hypothese vor ihrer wissenschaftliche Begründung
* in der antiken griechischen Philosophie die Lehre von der angeborenen Idee
* in der Logik die theoretische Vorwegnahme von Erscheinungen oder Handlungen auf Grund früherer Erfahrung oder eine vorgefasste Meinung, die auf abstrakten Erwägungen beruht, siehe Antizipation (Logik)
* im Kirchenrecht die Anwartschaft auf ein kirchliches Amt.
* in der Bankwirtschaft die Zahlung von Zinsen vor dem vereinbarten Termin.
* in der staatlichen Finanzwissenschaft die Vorwegnahme von noch zu erwartenden Steuereinnahmen.
* an der Börse eine Kursbewegung als die Vorwegnahme erwarteter Entwicklungen.
-> antizipieren
Aporie:
Zweifel; Ausweglosigkeit
Aporem: was logisch unlösbar ist
ars moriendi:
Als Ars moriendi („Kunst des Sterbens“) werden im Spätmittelalter entstandene lehrhafte Erbauungsschriften bezeichnet, die die christliche Vorbereitung auf den Tod lehren, um das Himmelreich zu erlangen.
Geprägt von den damals grassierenden Seuchen und der Angst vor einem unvorbereiteten Tod schrieb Jean Gerson um 1408 den Prototyp dieser Textgattung, das lateinische Opus(culum) tripartitum. Der elsässische Prediger Johann Geiler von Kaysersberg übersetzte dieses Werk um 1481 unter dem Titel Wie man sich halten sol by eym sterbenden Menschen und verfasste 1497 eine selbstständige Schrift: Ein ABC, wie man sich schicken sol, zu einem kostlichen seligen tod.
aseptisch:
1. keimfrei
2. nicht auf Infektionen beruhend
(Asepsis: Keimfreiheit; Aseptik: Keimfreimachung)
Assoziation:
1. eine bewusste oder unbewusste Verknüpfung von Gedanken
2. in der Politik ein Zusammenschluss von Menschen oder Staaten mit gleichen Interessen
Atavismus:
Der Begriff Atavismus (v. lat.: atavus Urahn) bezeichnet
1. ein bei einzelnen Individuen einer Art auftretendes anatomisches oder morphologisches Merkmal, das Merkmalsausprägungen entspricht, wie sie sonst nur bei deren stammesgeschichtlichen Vorfahren vorkamen. Man deutete den Atavismus, ausgehend von der veralteten sog. Biogenetische Grundregel, als Rückfall in eine stammesgeschichtlich ältere Entwicklungsstufe.
2. in der Geschichtsauffassung und in soziologisch-kulturgeschichtlichen Theorien Zusammenhänge, die als Rückfall in vergangene gesellschaftliche Verhältnisse erscheinen.
Wenn alte Vorurteile, Unwissen und Autoritätsglauben herrschen, so bestehe ein gesellschaftlicher Atavismus. Als Atavismus bezeichnet man überholte Regierungsformen gleichermaßen wie Erscheinungen gesellschaftlicher Entwicklung, die formal Merkmale vergangener Entwicklungsetappen aufweisen.
Atemporalität:
Atemporalität ist die Eigenschaft eines grammatischen Tempus, allgemeingültige Sachverhalte darstellen zu können, auch wenn diese nicht in dem zeitlichen Kontext stehen, für den dieses Tempus eigentlich gedacht ist. Dies trifft insbesondere auf das Gegenwartstempus (Präsens) zu, da dieses auch allgemeine und zeitlose Sachverhalte darstellen kann. Ein Beispiel hierfür ist der Satz „Im Westen geht die Sonne unter“, in dem die Gegenwartsform verwendet wird, obwohl diese Aussage auch schon in der Vergangenheit zutraf und auch in der Zukunft zutreffen wird. Man spricht hierbei von einer generellen (atemporalen) Gegenwart.
Attac:
Attac ("Association pour une Taxation des Transactions financi?res pour l'Aide aux Citoyens", auf Deutsch "Verein für eine Besteuerung von Finanztransaktionen zum Wohle der Bürger") wurde am 3. Juni 1998 in Frankreich gegründet. Die Idee dazu kam von einem Leitartikel von Ignacio Ramonet, der im Dezember 1997 in der Le Monde diplomatique veröffentlicht wurde. Attac agiert als Netzwerk nach eigenen Auskünften mit 90.000 Mitgliedern in 50 Ländern, hauptsächlich jedoch in Europa. Das Netzwerk besteht aus einem großen Spektrum von sozialen und politischen Bündnissen und Einzelpersonen.
Ursprünglich setzte sich Attac ausschließlich für die Einführung der Tobin-Steuer auf Finanztransaktionen ein. Inzwischen hat sich Attac auch anderer Themen der globalisierungskritischen Bewegung angenommen als deren Teil es sich sieht. Seine Mitglieder nehmen häufig an Aktionen und Demonstrationen teil, die tendenziell dem linken politischen Spektrum zuzuordnen sind. Attac kritisiert dabei die "neoliberale Ideologie", die derzeit in der wirtschaftlichen Globalisierung vorherrsche.
Attac befasst sich unter anderem mit folgenden Themen:
* Demokratische Kontrolle der Finanzmärkte (z. B. Tobin-Steuer)
* Fairer Handel statt Freihandel
* Sicherstellung der Sozialsysteme und der öffentlichen Daseinsvorsorge
* Abschaffung von Steueroasen
* Globalisierung und Ökologie
* Globalisierung und Krieg
* Wissensallmende und freier Informationsfluss
* Ökonomische Alphabetisierung
* Konsum- & Konzernkritik
* Neoliberale Entwicklungen durch EU und WTO (insbesondere GATS und TRIPS)
Attacs Hauptkritik an den Kräften der wirtschaftlichen Globalisierung (zu unterscheiden von kultureller, ökologischer, politischer Globalisierung) ist, dass diese den proklamierten "Wohlstand für alle" nicht erfüllt haben.
Attitüde:
1. allgemein die Haltung, Stellung oder Lage menschlicher Figuren,
2. im künstlerischen Sinne zur Andeutung eines bedeutungsvollen Seelenzustands oder Lebensmoments gewählt, daher für die bildende Kunst, insbesondere Bildhauerei und Malerei, von Bedeutung.
3. Die Attitüde beschreibt die Einstellung, die eine Person zu einem Sachbezug hat. Hat jemand eine ruhige Attitüde, bedeutet dieses dass derjenige seiner Umwelt gegenüber ruhig eingestellt ist. Attitüden können aber auch Vorurteile, Überzeugungen und Meinungen sein. So ist beispielsweise eine politisch links- oder rechtsgerichtete Attitüde denkbar.
Außer jeder proportion:
Avantgarde:
Avantgarde stammt ursprünglich aus der Militärsprache und bezeichnet die Vorhut, also diejenigen Truppenteile, die in vorderster Reihe stehen und somit als erste in Feindberührung treten. Im weitesten Sinn wird mit dem Begriff Avantgarde der/dem/den Bezeichneten eine 'Vorreiterrolle' zugewiesen. Unter Avantgardisten versteht man Menschen, die ausgetretene Wege verlassen und neue, wegweisende Entwicklungen anstoßen.
Der Begriff fand auch Einzug in die politische Sprache insbesondere von revolutionären Parteien und Bewegungen. So wird im Marxismus-Leninismus die kommunistische Partei als ?Avantgarde der Arbeiterklasse? oder ähnlich bezeichnet.
Kritik
Am Ende des 20. Jahrhunderts geriet der Begriff der Avantgarde und die damit verbundenen Vorstellungen zunehmend in die Kritik. Die Annahme, dass Personen oder Gruppen im Prozess des Fortschritts ?voranschreiten? und der Rest, der ?Mainstream?, deren Beispiel folgt oder folgen muss, wurde zunehmend angezweifelt. Der Hintergrund zu dieser Entwicklung ist im zumindest zeitweisen Versiegen der künstlerischen Avantgardebewegungen und das Scheitern vieler politischer, revolutionärer Bewegungen zu suchen. Die Postmoderne betont dem gegenüber explizit die Pluralität der Entwicklungen.
Axiom:
Axiom (v. griech.: t? t?n progónon axiómata = als wahr angenommener Grundsatz) nennt man eine Aussage, die grundlegend ist und deshalb nicht innerhalb ihres Systems begründet werden kann bzw. muss. Sie dient als Grundlage für eine deduktive Theorie und kann deshalb nicht selbst durch diese Theorie begründet werden. Wenn eine Theorie aus begründeten Sätzen bestehen soll, so muss es notwendigerweise solche Axiome geben, denn sonst würde die Argumentation in einem unendlichen Regress enden: Jeder Satz, den ich zur Begründung anführte, bedürfte wieder einer Begründung, usw. Daher ist ein Axiom etwas ganz anderes als eine Vermutung.
Mehrere Axiome können zu einem Axiomensystem gehören, wenn sie in keinem Widerspruch zueinander stehen. So definieren z.B. die Körperaxiome in Verbindung mit den Anordnungsaxiomen und dem Vollständigkeitsaxiom die reellen Zahlen: Alle wahren Aussagen über reelle Zahlen lassen sich aus diesen Axiomen ableiten.
Wenn eine deduktive Theorie irgendeinen Anspruch auf Plausibilität haben soll, so müssen ihre Axiome wohlbegründet sein (nur eben nicht mit den Mitteln dieser Theorie). Sie müssen "selbstverständlich" und "offenbar" sein. Mit Gödel u.a.: Axiomata in einer logischen Sprache können nur außerhalb ihrer selbst, in einer "Metasprache" begründet werden. Die Axiome dieser Sprache also nur in einer "Meta-meta-Sprache", und so fort. Die allerletzte Sprache (das 'allererste Kettenglied') ist auch für Logiker dann die sog. Umgangssprache.
Der Versuch, mathematische Sachverhalte auf Axiome zurückzuführen, wird als Axiomatisierung bezeichnet.
Azimut:
Azimut
Das Azimut (von arabisch as-sumut - "die Wege") ist die auf Norden bezogene horizontale Richtung zu einem Gestirn oder zu einem Punkt auf der Erdoberfläche.
Die genaue Definition der Astronomie lautet: Winkel zwischen der Meridianebene und dem Schnittpunkt des Vertikalkreises eines Gestirns mit dem Horizont.
Es wird manchmal auch von Süden gezählt - dann hat z.B. ein Stern im Westen statt 270° ein Azimut von 90°.
In der Navigation (Nautik, Luftfahrt) nennt man das Azimut zwischen Standpunkt und Zielpunkt den Soll-Kurs, im Gegensatz zum tatsächlichen Kurs über Grund.
Die astronomische Navigation meint mit Azimut den Winkel vom gegißten Standort (gekoppelter Ort) zum gerechneten Bildpunkt (Fußpunkt) eines Gestirns.
Zur Berechnung des Azimuts eines Gestirns für einen gegebenen Zeitpunkt und einen gegebenen Beobachtungsort verwendet man zweckmäßigerweise das nautische Dreieck.
Bei Windenergieanlagen wird Azimut für alles benutzt, was mit der Windnachführung des Maschinenhauses zu tun hat. Der Azimutmotor ist der Nachführmotor, das Azimutgetriebe ist das Planetenradgetriebe zum Nachführen der Gondel.